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  Tipps für die Gesprächsführung

Keine Ahnung?
Es ist keine Schande, wenn man nicht genau Bescheid weiß, wie Drogen wirken, was genau passiert, wenn man „ein Bierchen zuviel“ zu sich genommen hat oder welche gesetzlichen Regelungen gelten. Sachkenntnisse zum Thema Alkohol, Drogen und deren Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit helfen. Für ein erfolgreiches Gespräch sind sie aber nicht das einzig Wichtige. Es geht nicht darum, zu „fachsimpeln“, sondern darum, Kontakt herzustellen.



Auf das Klima kommt es an
Es ist sinnvoll und gibt Ihrem Anliegen Gewicht, wenn eine angemessene Gesprächssituation geschaffen wird. Ihre Sorgen über Alkohol- oder Drogenmissbrauch im Straßenverkehr, den Sie bei Ihrem Kind beobachtet haben oder den Du bei Deinem Freund festgestellt hast, lassen sich nicht zwischen Tür und Angel klären. Nehmen Sie sich Zeit und denken Sie vor allem daran: Nur wenn Sie zuhören, erfahren Sie, was möglicherweise hinter dem leichtsinnigen Verhalten des Gesprächspartners steckt.



Üben Sie einen emanzipatorischen Gesprächsstil
Auch wenn Sie älter sind als Ihr Gesprächspartner, vor allem wenn es sich um Ihr eigenes Kind handelt: Sprechen Sie nach Möglichkeit „auf gleicher Augenhöhe“. Nehmen Sie die Motive und Aussagen Ihres – erwachsenen – Sohnes oder Ihrer Tochter ernst. Sie könnten zum Beispiel über Ihre eigenen Erfahrungen und die Art und Weise berichten, wie Sie mit dem Thema Alkohol und Drogen im Straßenverkehr umgehen. Predigten und andere Bevormundungen bleiben in der Regel wirkungslos.



Trennen Sie Mensch und Problem
Nie ist der Mensch selbst das Problem. Diese Überzeugung hilft Ihnen, mit Ihrem Gesprächspartner in Kontakt zu kommen. Auch wenn es auf den ersten Blick schwierig erscheint: Trennen Sie den Menschen von dem Problem, das er durch sein Verhalten verursacht oder das Sie mit ihm oder mit seinem Verhalten haben.Wenn Sie das schaffen, können Sie sich mit ihm verbünden, um gemeinsam nach Lösungen für sein problematisches Verhalten zu suchen.



Vorsicht Falle!
Problematisches Verhalten wie Suchtmittelmissbrauch – also auch Fahren unter Alkohol oder Drogen – hat für die Betroffenen oft zwei Seiten: Einerseits leiden durch das Verhalten die Beziehungen zu Familie und Freunden, es gibt Schwierigkeiten am Arbeitsplatz und die Selbstachtung gerät ins Schwanken. Andererseits lindert genau das problematische Verhalten auch die damit verbundenen Ängste und lässt Hemmungen und Sorgen vorübergehend vergessen. Warum sich ändern, eine Stütze gegen ein Risiko eintauschen? Es kann gut sein, dass Ihre Bemühungen Ihren Gesprächspartner zu verantwortungsvollem Handeln zu bewegen ohne Wirkung bleiben. Dann sollten Sie das nicht als Ihr Versagen werten.



Nicht ablenken lassen
Gespräche über Alkohol- oder Drogenmissbrauch sind Betroffenen in der Regel unangenehm. Lassen Sie sich Ihre Sorgen und Beobachtungen nicht ausreden, bleiben Sie bei Ihrer Wahrnehmung und bestehen Sie auf konkreten und klaren Absprachen für die Zukunft. („Wenn du trinkst, bleibt das Auto zu Hause“ o. ä.) Wenn Sie mit Ihrem Kind sprechen: Lassen Sie sich nicht provozieren, und behalten Sie einen kühlen Kopf.



Der Zauber des Anfangs
Der erste Satz ist meistens der wichtigste, wenn es darum geht, Kontakt herzustellen. Beginnen Sie ein klärendes Gespräch mit einer freundlichen, positiven Botschaft. Das kann ein Lob sein, eine Anerkennung oder ein Anknüpfen an ein schönes gemeinsames Erlebnis. Gesprächseinstiege, die mit „Also pass mal auf“ oder „Jetzt hör mir mal gut zu!“ beginnen, versprechen keinen Erfolg.



Möglichst keine Überfälle
Es hilft weder Ihnen, Ihre Sorgen loszuwerden, noch Ihrem Gesprächspartner, sich über sein riskantes Verhalten Gedanken zu machen, wenn Sie ihn mit Vorwürfen, Verallgemeinerungen und Unterstellungen „überfallen“. Etwa so: „Ihr müsst auch immer das Scheißzeug konsumieren, könnt ihr euch nicht wie normale Leute amüsieren?!“ Wenn Ihr Gegenüber in der Rechtfertigungsecke schmollt, oder sich bemüht, Ihre Befürchtungen zu entkräften, kommen Sie nicht wirklich zur Sache. Eine Alternative wäre es, ehrlich Ihre Ängste und Sorgen auszusprechen – und sich auch für diese nicht zu rechtfertigen!



Alles auf einmal ist zuviel
Geben Sie sich mit kleinen Erfolgen zufrieden. Manchmal ist es wichtiger, dass Sie überhaupt mit Ihrem Kind, mit Ihrem Partner oder Freund in Kontakt gekommen sind. Eine Botschaft, die wirklich gegenüber ankommt, ist mehr wert als eine lange Rede, in der alles vorkommt, was Sie sowie schon längst mal loswerden wollten – die aber ungehört verschallt. Morgen ist auch noch ein Tag!



Und wie sieht es in Ihnen aus?
„Ich bin ich und du bist du – und wir sind zwei verschiedene Menschen“ – dieser Satz ist hilfreicher als er auf den ersten Blick erscheint. Verstricken Sie sich nicht in der Welt Ihres Gesprächspartners. Bleiben Sie bei sich! Bei allem Mitgefühl, allen Sorgen, allem Engagement für Ihr Gegenüber: Halten Sie die nötige Distanz. Sie werden staunen: Das rechte Maß an Distanz kann Nähe schaffen. Das setzt allerdings voraus, dass Sie nicht Ihre Probleme mit denen Ihrer Kinder, Ihres Partners oder Ihrer Freunde verwechseln. Ihr Gegenüber hat ein Problem mit Drogen oder Alkohol. Ihr Problem ist, dass er oder sie dies nicht wahrhaben will.



Wenn Sie nicht weiter kommen
Es ist kein Zeichen von Versagen, wenn man es nicht schafft, ins Gespräch zu kommen über das Problem Alkoholund Drogenmissbrauch im Straßenverkehr. Holen Sie sich Hilfe bei Profis – Suchtberater sind nicht nur für Betroffene da, sondern haben auch Rat und Unterstützung für Lebensbegleiter bereit.

Interessante Lektüre für Eltern:



Elternbroschüren zur Suchtprävention von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Mehr Infos unter
www.bzga.de


 

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